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............wie ein Dachshaar Rasierpinsel entsteht?
Eine Zurichterei liefert die Dachshaare, diese gliedern sich über die Farbgebung in unterschiedlichen Qualitäten auf. Um es einfach darzustellen gibt es zwei Grundqualitäten: Zupf -, Stockhaare.
Die Zupfhaare werden von der Zurichterei ausgekämmt und ausgezupft. Daraus gewinnt man die beiden höchsten Qualitäten. Die Haare werden nach Farben sortiert. Die etwas dunkleren werden als Rückenhaar aussortiert und die ganz hellen als Silberspitzen. Beim fertigen Rasierpinsel sieht man die Farbunterschiede: beim Rückenhaarpinsel erkennt man deutlich den braunen Mittelstreifen, die Haare über und unter dem Streifen sind hellgrau. Beim Silberspitzenpinsel tritt der braune Mittelstreifen noch deutlicher hervor und die Haare über unter dem Streifen sind fast weiß. In punkto Qualität werden bei beiden Haartypen, nicht etwa die Schönheit bezahlt, sondern der Gebrauchsnutzen. Je heller die Haare sind, um so feiner wird die Rasierseife aufgeschäumt und desto angenehmer ist die Rasur. Haare, die die Zurichterei nicht auszupfen konnte, werden geschnitten. Und diese Qualität nennt man Stock. Diese Haare sind grau, ohne erkennbaren Mittelstreifen. Natürlich keine Spitzenqualität, aber mehrfach besser als ein Borstenpinsel.
Wir erhalten Dachshaare in großen Bündeln und vorgegebener Länge. Diese Bündel werden sofort nach der Anlieferung über große Bottiche gestellt, die mit sprudelnden heißen Wasser gefüllt sind, durch den entstehenden Wasserdampf werden die Dachshaare desinfiziert.
Danach erst beginnt die Produktion eines Haarpinsel, und das so, wie wir es vor 100 Jahren schon gemacht haben, in reiner Handarbeit. Und das der gleichbleibenden Qualität wegen. Dachshaare werden in unterschiedlichen Haarlängen für verschiedene Kopfgrößen sortiert. Auf einem Nagelbrett werden die Haare gestoßen und durch drehende Bewegungen in Form gebracht. Es bedarf großer Erfahrung und Geschicklichkeit, den Kopf so zu formen, dass kein Schnitt erforderlich wird. Mit einer Harz - Komponente werden die Haare für die weitere Verarbeitung geklebt. Größere Haarpinsel bedürfen längere Dachshaare, für kleinere Haarpinsel werden kürzere Dachshaare benötigt. Frauen sind hier sehr viel geschickter als Männer und so beschäftigen wir Frauen als gut bezahlte Pinselmacherinnen, denn an ihnen liegt die Qualität des fertigen Produktes: Dachshaarpinselkopf.
In der Endkontrolle wird überprüft, ob alle Haare von der Klebemasse erfasst sind. So wird fast sichergestellt, dass der Rasierpinsel im Gebrauch nicht haart, also bei der Rasur keine Haare mehr verliert. Nicht auszuschließen ist, dass beim ersten bis dritten Gebrauch sich noch einige Haare lösen. Das kommt kaum vor, aber es kann vorkommen.
Die einzigen Maschinen in unserem Betrieb sind die Dosierautomaten. In denen werden Kleber und Härter in einem genau vorgeschriebenen Verhältnis gemischt und mit der so entstehende Masse werden die Haarköpfe mit dem Griff verbunden.
Und hier noch eine interessante Information: